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07.01.2019, Allgemeine Zeitung Uelzen

Stimmen verschmelzen
„A Ceremony of Carols“
in der Uelzener St.-Marien-Kirche

Uelzen – Auch wenn schon mancher Christbaum abgeschmückt war – die Weihnachtszeit war noch nicht vorbei. Für die meisten war das mit dem gestrigen Erscheinungsfest, „Heilige Drei Könige“, soweit. Da war das schöne Konzert für Chor und Harfe „A Ceremony of Carols“ mit dem Hugo-Distler- Ensemble Lüneburg unter Leitung von Erik Matz in der St.-Marien-Kirche ein anrührendes Schluss-Highlight.

Mit dem Konzert beging das preisgekrönte Hugo-Distler- Ensemble auch sein 30-jähriges Bestehen. Werke aus dem vergangenen Jahrhundert fanden sich im Programm von zwei nordischen, einem französischen, einem estnischen und mehreren britischen Komponisten. Fast ausnahmslos hatten die Einzelstücke Wurzeln in früheren Jahrhunderten. So umrahmte der alte Hymnus „Veni, veni Emmanuel“ in zwei Versionen das Konzert.

Zu Beginn standen sich im Chorraum die Frauen und Männer gegenüber, um dann auseinander zu schreiten. In den vielen Unisono-Passagen des Abends wirkte das Konzert wie aus einem Mund. Auch solistische Zwischenteile und große Mehrstimmigkeit überzeugten. Als Frauenchor mit Harfe wurden die recht charaktervollen, kontrastreichen Lobe-Stücke teils enorm ausdrucksstark (Wolcum Yole), jedoch stets auf tiefgründigen Ausdruck bedacht dargeboten. Und das alles im „Middle English“ – was eine besondere Herausforderung ist.

Harfenistin Birthe Meyer konnte in dem Solo-Stück „Chanson dans la Nuit“ von Carlos Salzedo zeigen, was sich an Klangfarben durch spezielle Spieltechnik herausholen lässt. Ob nun heraufgleitende Glissandi mit dem Fingernagel auf den Saiten der Pedalharfe oder auch das perkussive Klopfen auf die Resonanzdecke.

Das von seiner Entstehungsgeschichte her interessante Auftragswerk für Ralph Vaughan Williams „Nine Carols for male voices“ bestach durch die facettenreichen, klangvollen Sätze. Mit dem „Magnificat“ von Arvo Pärt zeigte sich der Chor herausragend, ließ die Stimmen verschmelzen, bot die feinen Dissonanzen unglaublich zart. Berührend!

Weihnachten wurde erneut erlebbar. Und durch die erklatschte Zugabe „Angel Carol“ des britischen Komponisten John Rutter noch gekrönt.

(Ute Bautsch-Ludolfs)


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